Niels Wernich

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Dr. Niels Wernich (um 1960)

Dr. med. Niels Anton Wernich (* 28. August 1892 in Ulkebüll; † 18. Juni 1977 in Sonderburg) war ein deutscher Arzt und Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger, der Dachorganisation der deutschen Minderheit in Dänemark.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Beruf

Niels Wernich entstammte einer Mitte des 18 Jh. nach Sonderburg eingewanderten deutschen Pastorenfamilie. Nach bestandenem Abitur 1912 an der Oberrealschule in Sonderburg studierte er in Tübingen, Leipzig und Heidelberg bis zum Physikum. Ab 1914 nahm er bis zu seiner Verwundung im Mai 1915 als Kriegsfreiwilliger am 1. Weltkrieg teil. Nach einem Studium in Rostock war er von 1917 bis zum Kriegsende 1918 Feldarzt und wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Der dänische Staat lehnte eine Anerkennung seines deutschen Examens ab. Er musste daher ein weiteres Semester an der Universität Kopenhagen absolvieren und bestand danach das erforderliche dänische Staatsexamen. 1923 eröffnete er seine eigene (homöopathische) Praxis in Sonderburg, die er bis 1964 führte.

Dr. med. Niels Anton Wernich wurde 1947 erster Sprecher des provisorischen Vorstandes des 1945 nach Ende des Zweiten Weltkrieges gegründeten Bundes Deutscher Nordschleswiger, der Dachorganisation der deutschen Minderheit in Dänemark. 1949 bis 1951 war er der erste Hauptvorsitzende. Wernich, der sich während der nationalsozialistischen Zeit stets von diesem distanziert hatte, war maßgeblich daran beteiligt, dass die Loyalitätserklärung des „Haderslebener Kreises“ gegenüber dem dänischen Volk und dem dänischen Königshaus Bestandteil der Gründungserklärung des Bundes Deutscher Nordschleswiger wurde. Dies bedeutete eine Abkehr von der bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges erhobenen Grenzrevisionsforderung der deutschen Minderheit und war damit langfristig eine Voraussetzung für die Aussöhnung und den Normalisierungsprozess zwischen dem dänischem und deutschen Bevölkerungsteil in Dänemark. Von 1946 bis 1954 vertrat er als Abgeordneter der Schleswigsche Partei die Interessen der Deutschen Volksgruppe im Sonderburger Stadtrat. Darüber hinaus war Dr. Niels Wernich in vielen Organisationen der Deutschen Minderheit ehrenamtlich tätig.

Ehrenamtliche Tätigkeiten

  • Vorsitzender des Vereins Deutsche Schule Sonderburg, 1924 bis 1938
  • Mitglied des Kirchenvorstandes in Sonderburg, 1925 bis 1957
  • Vorsitzender des Sonderburger Turnvereins, 1926 bis 1934
  • Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger, 1949 bis 1951
  • Vorsitzender des Bürgervereins Sonderburg, 1945 bis 1972
  • Vorsitzender des Krankenpflegevereins Sonderburg, 1948 bis 1953
  • Mitglied des Vorstandes des Verbandes Deutscher Büchereien Nordschleswig, 1949 bis 1972
  • Mitglied des Vorstandes der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig, 1959 bis 1972

Literatur

  • Gottfried Horstmann: Die Geschichte der Nordschleswigschen Gemeinde, Hadersleben 1930
  • Ernst Siegfried Hansen, „Disteln am Wege“, Bielefeld-Bethel, 1957, Deutscher Heimat-Verlag
  • Harboe Kardel: Fünf Jahrzehnte meines Lebens, Apenrade, 1970, Schriften der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig, Heft 22
  • Friedrich Jessen: Kirche im Grenzland, Schriften der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig, Heft 27, Apenrade 1973
  • Peter Jessen Sönnichsen, Spiegel der Jahre - "Der Deutsche Volkskalender Nordschleswig" - Eine Kulturgeschichte der deutschen Volksgruppe in Dänemark, Apenrade, 1993, ISBN 87-90072-00-6
  • Ingrid Riese und Peter Jessen Sönnichsen: Im Wandel der Zeiten - 75 Jahre Nordschleswigsche Gemeinde, Tingleff 1998, ISBN 87-986795-0-3
  • Günter Weitling: Deutsches Kirchenleben in Nordschleswig seit der Volksabstimmung 1920 /Hrsg. vom Bund Deutscher Nordschleswiger und Archiv/Historische Forschungsstelle der Deutschen Volksgruppe, Apenrade 2007, ISBN 978-87-991948-0-3

Quellen

Wikipedia - Die freie Enzyklopädie

  • Ernst Siegfried Hansen: „Disteln am Wege“, Deutscher Heimat-Verlag, Bielefeld-Bethel, 1957
  • Nekrolog in Deutscher Volkskalender für Nordschleswig, 1978
  • Familienkundliches Jahrbuch Schleswig-Holstein Jahrgang 20 - 1981
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